Als Abschlussprojekt und zur Überbrückung der Zeit zwischen der letzten Klassenarbeit und der Zeugnisausgabe für die Klassen 8 in Englisch und die Klasse 9 in Französisch habe ich mir ein recht anspruchsvolles Projekt überlegt, bei dem die Schüler zuerst 4D-Puzzle mit historischer Dimension der Städte New York, San Francisco und Paris zusammenbauten. Dieser erste Teil war als Wiederholung von Kenntnissen zu den Städten und zu ihrer historischen Entwicklung gedacht. Außerdem sollten die Schüler sich während der Arbeitsphasen mit dem Puzzle in der Fremdsprache organisieren und sich gegenseitig helfen. Es war zugegebenermaßen nicht einfach, 15-20 Schüler an einem Puzzle zu beteiligen, jedoch lösten die Schüler dies, indem sie einzelne Bauphasen (historische und aktuelle Ebene) sowie bestimmte Gebiete (Meer, Stadt) unter sich aufteilten.

So entstanden die drei Städte in 4D (wobei die 4. Dimension die der historischen Entwicklung der Stadt war).

Nach der Erstellung der Städte, ging es darum, ein Drehbuch zu entwerfen, das die Schüler dann mit Lego-Männchen und dem Puzzle verfilmen sollten, indem sie Standbilder der einzelnen Szenen mit einem Fotoapparat aufnahmen und diese dann mit der App „Pic Pac“ auf dem Tablet zu einem Stopmotion-Film verarbeiteten. In der App konnten sie die Tonspur hinzufügen.

Schwierigkeiten, die hierbei auftreten können sind: zu komplexe Geschichten, zu lange Szenen, zu wenige Einzelbilder um einen flüssigen Film zu erstellen. D.h. mit anderen Worten, dass man klare Anweisungen geben muss, wie kurz die Geschichten sein sollten und dass man ggf. in einem frühen Stadium kontrollierend eingreifen sollte.

Ich habe den Schülern in Klasse 9 bei der Themenwahl recht freie Hand gegeben – sie durfen sich ein Kurzgeschichtengenre aussuchen und die einzige Vorgabe war, dass sich die Geschichte an einem bekannten Schauplatz abspielen muss. In Klasse 8 war die Vorgabe ebenfalls, dass die Geschichten der einzelnen Gruppen sich an wichtigen Orten in den beiden Küstenstädten abspielen sollten. Wir hatten zu Beginn des Schuljahrs New York bereits intensiv besprochen, sodass ich hier nicht weiter lenkend eingreifen musste. Die Schüler wählten ganz unterschiedliche Genres und es gab sowohl eine Geschichte zum 11. September als auch eine zur Hochzeit eines homosexuellen Paars aus San Francisco. San Francisco hingegen hatten wir nicht besprochen, jedoch hatten wir die Erschließung des Westens auch in Hinblick auf Minderheiten im Unterricht behandelt. Da ich mich sehr für asiatische Minderheiten in Amerika interessiere und meinen Schülern einiges dazu erzählt hatte, bat ich einige Gruppen, die Schicksale von Asian Americans in ihren Drehbüchern unterzubringen. So wurden etliche historische Details untergebracht, was spannende Geschichten lieferte.

Hinsichtlich der Fotos, die als Vorschritt zum Film gemacht werden, muss man darauf hinweisen, dass die Perspektive innerhalb einer Szene gleich bleiben sollte und dass es notwendig ist, Mikrobewegungen der Figuren (sich bewegende Arme, Köpfe etc.) mit einzuplanen. Eventuell können auch Nahaufnahmen hier und da eingebaut werden. Bevor die Schüler die Fotos machen, müssen sie die einzelnen Szenen bis ins letzte Detail überdacht haben, sodass sie im Anschluss die Fotos am Computer sortieren und in die richtige Reihenfolge bringen können.

Der Import der Fotos in die App „Pic Pac“ ist denkbar einfach, man muss jedoch die Fotos im internen Gerätespeicher ablegen. Wenn man die Fotos mit dem Tablet macht, dann genügt es hier einzelne Szenenordner innerhalb des Fotoordners anzulegen. Je kürzer die Szenen, desto einfacher deren Erstellung, da der Ton im Anschluss komplett aufgenommen werden muss und nicht etwa in einzelnen Teilen hinzugefügt werden kann. Nach dem Import der Fotos einer Szene gibt man an, wie lang jedes Bild angezeigt werden soll (Richtwert: 5-10 Bilder pro Sekunde) und der Film wird automatisch erstellt. Dann lässt man ihn ablaufen und nimmt gleichzeitig den Ton in einem Stück auf. Nur so sind Film und Tonspur synchron. Abschließend lässt man den Film fertigstellen und setzt ggf. die einzelnen Szenen im YouTube-Editor oder am Computer zu einem Gesamtwerk zusammen.