Seit diesem Schuljahr leite ich eine kleine aber motivierte zweistündige Japanisch-Arbeitsgemeinschaft an meiner Schule. Da Mangas bei Jugendlichen recht angesagt sind und ich vermeiden wollte, meine SchülerInnen, die für die AG zweimal pro Woche einen Teil ihrer Mittagspause „opfern“, allzu sehr zu strapazieren, habe ich schnell nach Wegen gesucht, den Japanischunterricht von der reinen Lehrbucharbeit zu befreien. Ich habe für die AG ein Lehrbuch ausgewählt, welches mir zwar für Anfänger geeignet erscheint, jedoch ist es ausschließlich in japanischer Schrift verfasst, was für einen Großteil der SchülerInnen noch recht anstrengend ist. Da sie den Spaß nicht verlieren und zugleich ihr neu erworbenes Grammatik- und Kanjiwissen anwenden sollten, beschloss ich, eine geeignete Software zu suchen, um das Gelernte in Mangaform zu präsentieren. Dies soll zugleich auch die Beherrschung der Schrift festigen und den Umgang mit dem Computer in Hinblick auf fremde Schriftsysteme schulen.

Das Programm, welches ich als das am besten geeignete erachte, heißt ComiPo! und kostet in der Einzellizenz ca. 30 Dollar. Da die SchülerInnen aufgrund des recht komplexen Umgangs mit dem Programm nur in kleinen Gruppen und auch nur teilweise die Mangas selbst umsetzen – wobei ich die anderen nach ihren Vorlagen erstellte – reicht die auf meinem privaten Laptop installiere Einzelplatzversion vollkommen aus. Die SchülerInnen haben zudem die Möglichkeit, die 30-tägige Testlizenz selbst herunterzuladen, um sich mit dem Programm vertraut zu machen.

ComiPo! erlaubt die Erstellung von eigene Figuren, die  dreidimensional perspektivisch bewegt werden können. Dies setzt jedoch einen leistungsstarken Computer mit m.E. mindestens 4GB Arbeitsspeicher und einer akzeptablen Grafikkarte voraus. Mein eigener Desktop-Computer stürzte beim Versuch, ComiPo! zu verwenden regelmäßig ab, da die Grafikkarte nicht mit der dreidimensionalen Komponente zurecht kam (obwohl es sich um eine Gamer-Grafikkarte handelt).

Hier eine kurze Beschreibung von ComiPo! auf Englisch:

Die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Um die Schulgemeinschaft an diesen tollen Ergebnissen teilhaben zu lassen, wurden die Mangas auch auf der Webseite unserer Schule veröffentlicht und werden wahrscheinlich auch beim Schulfest präsentiert. Außerdem hat Yumiko-chan auch eine eigene Facebook-Fanpage :)

Da ich mich in diesem Schuljahr für mein virtuelles deutsch-französisches Austauschprojekt eingehend mit Second Life und Machinimas befasst habe, beschloss ich zu Testzwecken auf der Basis der Mangafigur einen Second Life Avatar für Yumiko erstellen zu lassen um so in Zukunft parallel zum Unterricht Grammatik, Landeskunde und Konversationselemente in Form von Machinimas präsentieren zu können.

Erste Versuche eines Machinima:

Ich bin zuversichtlich, dass diese Art der Unterrichtsbegleitung sicherlich ihren Teil dazu beitragen wird, dass meine SchülerInnen den Spaß am Erlernen einer doch verältnismäßig schwierigen Sprache nicht verlieren und im nächsten Jahr, für sie das 11. Schuljahr, genauso motiviert wieder dabei sein werden.