In der 9. Klasse geht es im Französischunterricht in der ersten Lektion u.a. um die Beschreibung einer Person. Dies gehört zu den wichtigen Methoden, die man auch später beherrschen muss, z.B. um Hauptfiguren aus Filmen oder Personen auf Bildern zu beschreiben. Um das Methodentraining etwas interessanter zu gestalten und den Schüler die Möglichkeit zu geben, sich mündlich zu äußern, haben die Schüler zuerst selbst Figuren gezeichnet, die sie dann in Vorbereitung auf das mündliche Endprodukt schriftlich beschrieben. Beim Zeichnen bat ich sie, alle Linien mit Schwarz nachzuziehen, kräftige Farben zu wählen und ein weißes, nicht liniertes oder kariertes Blatt Papier zu verwenden. Nachdem sie eine Beschreibung angefertig und von mir korrigieren hatten lassen, überprüften sie ggf. mit Hilfe des Google Übersetzers die Aussprache – sein für mich einzig gute Funktion – und nahmen die Beschreibungen mit Hilfe von Tellagami (Edu) auf.

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Tellagami ist eine intuitiv zu bedienende Animationsapp, in der man ohne jegliche Anmeldung einen Avatar nach seinen Wünschen erstellen und perspektivisch frei platzieren kann. Einige der Schüler haben auch die von ihnen so erstelle Person erst einmal beschrieben. Der Avatar kann nach Erstellung vor einem beliebigen Hintergrund platziert werden. Wir verwendeten als Hintergrund die von den Schülern entworfenen Zeichnungen. Diese hatten mir die Schüler im Vorfeld als Scan bzw. Foto über den Dropitto.me-Service in meine Dropbox geworfen, sodass ich sie nur noch in den Dropboxordner der Klasse verschieben musste um sie den Schüler zugänglich zu machen. Diejenigen, die dies vergessen hatten, nahmen ihr Bild einfach mit der Kamera des Tablets auf – was jedoch qualitativ aufgrund der fehlenden Ausleuchtung etwas dunkler wirkt. Nachdem das Hintergrundbild gewählt wurden, tippt man auf die Sprechblase und kann bis zu 30 Sekunden sprechen. Kleiner Wehmutstropfen: Wenn man sich verhaspelt kann man leider nicht einfach die Aufnahme neu starten, sondern man muss den Avatar nochmals neu erstellen. Nach erfolgreicher Aufnahme des Textes (ich habe bewusst die Möglichkeit von text-to-speech ausgeschlossen, da ich auch den schüchterneren Schülern die Möglichkeit geben wollte, sich mündlich zu beteiligen) wird die Stimme der Person, die gesprochen hat, analysiert, um die Gestik des Avatars etwas dem Gesprochenen anzupassen. Schließlich kann man den Film exportieren (auf die SD-Karte), als Link teilen (nur im Internet abrufbar, nicht downloadbar) oder an andere Speicherorte, z.B. die Dropbox schicken. Ich habe die Schüler – wie auch bei der Aktivität mit den Mindmaps – darum gebeten, den Videos aussagekräftige Namen zu geben, die die Klasse, den Namen des Schülers und den Inhalt enthielten, und sie an einem vorher definierten Ort abzuspeichern. So konnte ich leicht feststellen, welche Schüler die Aufgabe bereits erledigt hatten und welche noch nicht.

Durch die Verwendung von Tellagami wird der sprachlich-kommunikativen Kompetenz Rechnung getragen, die im normalen Unterricht bei Weitem nicht bei jedem Schüler ausreichend trainiert wird, sei es aus Schüchternheit, sei es aus (subjekjtiv gesehen) mangelnder Fremdsprachenkenntnis.

Die Arbeitsergebnisse wurden soweit die Erlaubnis der Eltern bestand auf der Webseite für Schüler veröffentlicht, alle Ergebnisse, incl. derer, die ich nicht veröffentlichen durfte, wurden zusätzlich auf meiner OwnCloud für die Schüler bereitgestellt. So konnten sie in Vorbereitung auf die Klassenarbeit einige der Personenbeschreibungen nochmals anhören um die wichtigen Aspekte im Ohr zu haben.