Datenschutz & Digitale Medien in der Schule (BW)

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Nachfolgend einige Überlegungen zu digitalen Medien und Datenschutz in der Schule. Diese Überlegungen beziehen sich teilweise auf konkrete Vorgaben in Baden-Württemberg. Es wird keinerlei rechtliche Haltbarkeit  impliziert und es werden lediglich auf persönliche Erfahrungen basierende Empfehlungen ausgesprochen. Die Informationen beruhen auf grundlegenden Kenntnissen der EU-DSGVO und einer pragmatischen Herangehensweise an die Integration von digitalen Medien mit dem Ziel einer Transformation des Lernens seit 2012.

Ganz wichtig ist beim Thema Datenschutz die ziel- und lösungsorientierte Kommunikation mit Vorgesetzten, Eltern und Schülern.

Datenschutzfolgen müssen abgeschätzt werden

An Baden-Württembergs Schulen gilt seit 2013 ein Verbot der Nutzung von Diensten, die personenbezogene Daten auf Servern außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes speichern, deren Sitz sich in den USA befindet und auf die von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes zugegriffen werden kann. Der Grund hierfür ist die Nichtvereinbarkeit der dortigen Datenschutzstandards mit den deutschen bzw. europäischen Datenschutzstandards, sowie die Nutzungsbedingungen für diese Dienste, die nicht dem deutschen Datenschutzrecht entsprechen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass gegebenenfalls nicht alle der von mir vorgestellten Apps/Dienste den europäischen beziehungsweise deutschen Datenschutzstandards entsprechen. Ratsam ist es deshalb, vor dem Einsatz eine sogenannte Datenschutz-Folgenabschätzung durch den jeweiligen Datenschutzbeauftragten durchführen zu lassen. Dies sieht die EU-Datenschutzgrundverordnung in Art. 35 vor. Es muss dann grundsätzlich geklärt werden, in welcher Form die Nutzer/-innen und gegebenenfalls ihre Eltern über die Verwendung von personenbezogenen Daten aufgeklärt werden und ob eine schriftliche Einwilligungserklärung benötigt wird.

Verwendung von Schülergeräten

Wenn Schülergeräte (Android, iOS) verwendet werden sollen, um digitale Medien zum Lernen zu verwenden, wird man in den meisten Fällen wahrscheinlich eine schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten benötigen. Dies muss jedoch einzelfallbezogen geprüft werden. Vor einer Nutzung der Apps sollten also immer die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für einen rechtskonformen Einsatz der Apps geprüft werden.

Es gilt sich natürlich auch vorher zu informieren, welche Berechtigungen für die Funktion der App nötig sind und welche problemlos verweigert werden können ohne die Funktionen der App zu beeinträchtigen. Diejenigen, die benötigt werden, sollte man im Sinne der Medienbildung auch kurz erläutern (z.B. wieso eine Augmented Reality App Zugriff auf die Kamera benötigt – nämlich um Trigger zu erfassen).

Verwendung von schuleigenen Geräten

Bei der Verwendung von schuleigenen Geräten bietet es sich an, die Geräte nicht mit einer Schüleridentität zu verknüpfen, sondern anonymisiert zu verwenden. Dann werden keine persönlichen Daten verwendet und gespeichert und der Datenschutz im Bereich Schule ist gewährleistet.

Benötigt man zur Nutzung einer App ein Nutzerkonto, sollte die Lehrkraft selbst Konten dafür anlegen, die entweder fest mit den schuleigenen Geräten verbunden sind oder die die Schülerinnen und Schüler nach Unterzeichnen einer Nutzungsordnung, die regelt, was sie mit den Konten tun dürfen und was nicht, verwenden können.

Die einfachste und zeitsparendste Methode ist es, sich über einen dafür angelegten Gmail-Account test@gmail.com und Aliase für diesen Gmail-Account die benötigte Anzahl an Konten zu erstellen. Die Aliase selbst muss man nicht extra erstellen, sondern kann sie einfach in folgender Form als Emailadressen beim Erstellen der User-Accounts angeben: test+0001@gmail.com, test+0002@gmail.com usw. Alle Emails, die an diese Emailadressen geschickt werden (Bestätigungen, verlorenes Passwort, Werbung usw.), landen automatisch im Postfach von test@gmail.com. So kann man bis zu 9998 Konten mit einer einzigen Emailadresse anlegen und einfach verwalten. Beim Passwort sollte man sich entweder eine Konvention überlegen (z.B. Schulname rückwärts plus Zahl des Alias) oder das gleiche für alle verwenden (z.B. Schulname rückwärts)

Alternative: Haben die Schüler/-innen Schulemailadressen, die keine Klarnamen enthalten (sondern z.B. vier Buchstaben von Vor- und Nachname) und nicht mit öffentlich zugänglichen persönlichen Informationen verknüpft sind, können die Schülerinnen und Schüler natürlich auch diese Emailadresse nutzen.

Ausnahmen: Es gibt einige Dienste, die den Datenschutz groß schreiben und ihn in ihre Anmeldeformalitäten integriert habe. Beispielsweise gilt dies für CoSpaces Education: Hier benötigt nur die Lehrkraft einen Account, der mit einer Emailadresse verknüpft ist, die Schüler/-innen können bei der Anmeldung über den von der Lehrkraft angegebenen Gruppencode beliebige Namen und Usernamen angeben. Eine Emailadresse ist für sie nicht nötig. Die Nutzung der Plattform sollte jedoch trotzdem mit den Eltern besprochen und von ihnen genehmigt werden, da Lernende ggf. Stimmaufnahmen oder Videos hochladen.

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