Fake it to make it: Werde selbst zum Täter

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Fake it to make it ist ein browserbasiertes Spiel, bei dem es darum geht, mit Fake News Geld zu verdienen und so handlungsorientiert die Mechaniken von Fake News kennenlernen.

Die Lernenden dürfen in dieser Fake-News-Simulation selbst ausprobieren, wie leicht man Fake News verbreiten kann und wie man dabei am Besten vorgeht. Dabei lernen die Spieler*innen sehr schnell, welche Mechanismen hinter Fake News stecken. Zu Spielbeginn stehen den Spieler*innen bereits fertige News zur Verfügung, die nur noch in den richtigen Gruppen und Netzwerken geteilt werden. Im nächsten Schritt kann man dann auch selbst eine Fake News (nach Anleitung) verfassen. Dies kann auch in einer Fremdsprache und in Zusammenhang mit einem gesellschaftlichen Thema in einem englischsprachigen Land geschehen.

Credits: PetiteProf79 | Screenshot

Materialien für den Einstieg

Credits: PetiteProf79 | Screenshot

Credits: Michael Vadon | CC BY-SA 2.0 Generic

Pädagogische Hinweise

Ziel dieser kurzen Einheit zu Fake News ist es, die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren, das u.a. auch Hate Speech einschließt.

Die Schülerinnen und Schüler sollen durch das Spiel selbst erleben, wie die Verbreiter von Fake News ticken, welche Ziele sie eigentlich erfolgen, welche Methoden sie zum Erreichen des Ziels anwenden und welche ethischen Fragen von ihnen dadurch ausgeklammert werden.

Das Spiel ist selbsterklärend, die Schülerinnen und Schüler müssen lediglich die immer wieder eingeblendeten Anweisungen gut lesen und befolgen. Am Anfang sind die Schritte noch recht harmlos: man erstellt eine Seite und wählt einen Titel, der Glaubwürdigkeit ausstrahlt. Dann
beginnt man fremde Artikel zu kopieren und zu verbreiten, um bestimmte vorgegebene Ziele zu erreichen. Später soll man selbst Nachrichten verfassen und Strategien auswählen, damit diese auf möglichst viel Resonanz stoßen. Die Anforderungen werden immer größer und es entsteht ein gewisser Zeitdruck, da man relativ schnell an das Ziel erinnert wird, wenn man es innerhalb kürzester Zeit nicht erreicht. Dies sorgt dafür, dass man emotional in das Spiel hineingezogen wird und es endet darin, dass man ohne groß nachzudenken, reißerische Nachrichten gezielt in Gruppen verbreitet und sich freut, wenn man möglichst viele Reaktionen erhält bzw. seinem finanziellen Ziel immer näher kommt.

Das Spiel sorgt auch dafür, dass man versteht, dass Verbreiter von Fake News ganz bewusst manche Strategien anwenden, um nicht von Entlarvungsseiten für Fake News aufgespürt zu werden. Dadurch wird man dazu angeleitet, möglichst glaubwürdige und möglichst dramatische Nachrichten zu verbreiten, ohne dass sie jedoch entlarvt werden können.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass man ein oder mehrere Profile mit verschiedener politischer Ausrichtung erstellen oder kaufen kann. Dabei haben gekaufte Profile mehr Reichweite und das Wechseln des Profils je nach Ziel der Falschmeldung zeigt auch deutlich auf, dass es Bots und falsche Profile gibt. Wie wichtig die Zeit ist, die man auf die Erstellung eines Profils verwendet, wird ebenfalls angesprochen, da man mit einem ausführlichen Profil in manche Gruppen reinkommt, in die man mit einem einfachen, neutralen Profil erst gar nicht kommt.

Spielt man lange genug – man kann nämlich auch weiterspielen, wenn man sein finanzielles Ziel bereits erreicht hat – dann wird vorgeschlagen, dass man weitere Seiten erstellt, die parallel mit der ersten betrieben werden. Da der Spieler während des Spiels in einen Sog gezogen wird, der ihn – auch wenn es um erfundene Kontexte handelt – ethische Regeln vergessen lässt, ist die Reflexionsphase nach dem Spiel unbedingt notwendig. Denn den Lernenden soll bewusst werden, dass ihnen diese Erfahrung trotz des emotionalen Kicks, der hohe Klickzahlen verursacht, vor allem vor Augen führen soll, dass sie bei Nachrichten, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden, genau auf die Strategien achten sollten, die sie selbst angewandt haben. Mit anderen Worten: ihnen muss klar sein, dass sie nicht eine Anleitung erhalten haben, wie man Fake News verbreitet, sondern einen Zuwachs an Informationskompetenz, den sie benötigen, um die Demokratie zu erhalten und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Idealerweise wird diese Einheit in eine größere Einheit zur gesellschaftlichen Teilhabe eingebettet, in der auch beleuchtet wird, wie Fake News sich auf die aktuelle politische Situation ausgewirkt haben.
Hinweis zum Einsatz im Englischunterricht bzw. im interdisziplinären Unterricht: Da das Thema Politik ein integraler Bestandteil im Englischunterricht ist, kann das Spiel natürlich auch auf Englisch genutzt werden – oder es kann ein fächerübergreifendes Projekt mit den Fächern Politik / Gemeinschaftskunde / Deutsch entstehen, an dessen Ende eine Werbekampagne innerhalb der Schule steht, deren Ziel es ist, die Schulgemeinschaft für Fake News zu sensibilisieren.

Ob der optionale Teil, bei dem die Schülerinnen und Schüler eine Fake News generieren und ausdrucken, nötig ist bzw. Teil der Einheit sein sollte, hängt ganz von der Klasse ab und sollte von der Lehrkraft entschieden werden. Auch hier wäre natürlich ein Transfer in ein
fremdsprachliches Fach, in dem es gerade um ein ähnliches Thema geht, denkbar.

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