Die 4K (+D) des Lernens & die 21st Century Skills

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Die Idee der 4K (im Englischen: 4C) geht auf eine Interessenvertretung aus Washington namens P21 (Partnership for 21st century skills) zurück und wurde in Deutschland zum ersten Mal von Andreas Schleicher, OECD Direktor des Direktorats für Bildung, auf der re:publica 2013 erwähnt.

P21 sieht die 4K – Kommunikation, Kollaboration/Koorperation, Kreativität und Kritisches Denken – als ein wichtiger Bestandteil des Lernens im 21. Jahrhundert und für Bildung, Gesellschaft und Wirtschaft unabdingbar. Die vier K sind Teil der “Learning and Innovation Skills” in diesem Referenzrahmen.

Credits: Charles Fadel & Krishna Chaitanya Velaga | CC BY-SA 4.0 InternationalKommunikation und Kollaboration gehören neben den “Learning and Innovation Skills” u.a. auch in den Bereich von Teamfähigkeit, somit handelt es sich also auch um Bestandteile der Sozialkompetenz, die wiederum zu den “Life Skills” (in etwa: Persönlichkeitskompetenz) gehört. Laut meinem Verständnis wird hier zwar die Unterscheidung zwischen Kollaboration (gemeinsam eine Aufgabe bewältigen) und Kooperation (gemeinsam arbeitsteilig eine Aufgabe bewältigen) nicht explizit gemacht, aber beide Begriffe sind gemeint. Kreativität gehört ebenfalls anteilig zur Persönlichkeitskompetenz und hilft dabei, Problemlösung mit einer offenen Haltung anzugehen. Beim Kritischen Denken handelt es sich nicht um die Vorstellung, dass alles prinzipiell in Frage gestellt werden soll, sondern es geht u.a. um Medienkompetenz im Bereich der Informationskompetenz (inkl. Fake News, Hate Speech…).

Die 4K halte ich tatsächlich für Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts, jedoch nicht für DIE Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts, da es noch weit mehr Kompetenzen gibt, die heutzutage wichtig sind, um ein mündiger Bürger zu sein, der der Gesellschaft dient. Und auch die längst anerkannten Grundfertigkeiten (oder Kulturtechniken) des Lesens, des Schreibens und des Rechnens haben natürlich ihren Platz in dem den 4K übergeordneten Rahmen der 21st Century Skills: Sie sind Teil der “Core Subjects” und bilden zusammen mit Themen des 21. Jahrhunderts den gemeinsamen Nenner für die Medienkompetenz, die 4K und die Persönlichkeitskompetenz.

Außerdem gibt es auch noch ein fünftes C, welches in der heutigen globalen Welt und auch für Europa immens wichtig ist: Citizenship, was ich mit Demokratiebildung (also D) übersetzen würde. Dies ist für die Bildung in vielen Bereichen wie Politik, aber auch Fremdsprachen von großer Bedeutung.

Übrigens finden sich die 4K auch im KMK Strategiepapier “Bildung in der digitalen Welt” (2016) und folglich in den Bildungsplänen aller Länder wieder, wenn man genau hinschaut. Das KMK Strategiepapier dürfte seinerseits auf den Digitalen Europäischen Kompetenzrahmen von 2013 beruhen.

Schließlich sollten wir nicht vergessen, dass es sich bei diesen Kompetenzen nicht nur um Kompetenzen handelt, die Lernende erwerben sollten, sondern auch Kompetenzen, über die Lehrkräfte verfügen müssen und die sie den Jugendlichen aktiv vorleben sollten.

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