Evidenzbasierte Bildungspolitik scheint als alternativlos betrachtet zu werden. Studien liefern Legitimation, sichern Entscheidungen ab und versprechen Wirksamkeit. Auch der Navigator Bildung Digitalisierung knüpft daran an: Er betont die Rolle empirischer Forschung, um Orientierung zu geben und Transformation auf eine nachvollziehbare Grundlage zu stellen. Doch wer Bildung ausschließlich auf die Evidenz stützt, übersieht, dass gerade im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche, multipler Krisen und Disruption retrospektive Analysen nur begrenzt tragfähig sind. Denn sie beruhen auf einer Welt, die so nicht mehr existiert. Der Navigator BD beruht laut den Autor:innen auf einem umfassenden Verständnis der digitalen Transformation im Sinne des mit der Digitalisierung einhergehenden…
Autor: Stephanie Wössner
Gegenerzählung als Einladung – kein Urteil, sondern Beitrag Diese Blogreihe versteht sich als Beitrag zu einer gemeinsamen Diskussion über die Zukunft des Lernens. Ausgangspunkt ist der Navigator Bildung Digitalisierung – ein Dokument, das Orientierung schaffen will, aufzeigt, was empirisch gesichert ist, und Impulse für Entwicklung gibt. Auch wenn ich selbst mit dem Future:Guide Bildung eine andere Perspektive entwickelt habe, sehe ich darin keinen Widerspruch, sondern eine Einladung: zur Co-Kreation, zur Weiterentwicklung, zur gemeinsamen Verantwortung für eine zukunftsoffene Bildungslandschaft. Die elf Texte der Blogreihe formulieren eine systematische Gegenerzählung. Nicht, weil der Navigator „falsch“ wäre – sondern weil jede Darstellung von Bildung…
Bildungspolitik liebt Steuerung. Zielvereinbarungen, Handlungsfelder, Fortschrittsindikatoren versprechen Orientierung in komplexen Systemen. Der Navigator Bildung Digitalisierung reiht sich in diese Tradition ein, indem er Bildungstransformation als „Zukunftsthema“ fassbar machen will, strukturiert entlang von einer Sammlung an Kategorien. Damit liefert er einen hilfreichen Überblick über empirische Befunde und zeigt auf, welche Baustellen aktuell sichtbar sind. Doch was auf den ersten Blick wie ein strategischer Kompass aussieht, bleibt einem bestimmten Denken verhaftet: Transformation als steuerbares Projekt. Die Absicht des Navigators ist dabei nicht zu kritisieren – wohl aber die implizite Logik, die ihm zugrunde liegt. Auch dort, wo er Transformation fordert, bleibt diese…
Deeper Learning ist in aller Munde. Auf Tagungen, in Schulentwicklungsprozessen und pädagogischen Innovationsprojekten wird es als vielversprechender Weg zu einer besseren Schule gefeiert. Die Idee klingt verlockend: mehr Tiefgang, mehr Kompetenz, mehr Selbstverantwortung. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem Konzept? Und welche Bildungshaltung wird damit verbunden – oder eben nicht? Als jemand, die Bildung nicht als Reparaturbetrieb für ein ausgedientes System, sondern als kulturelle Zukunftsgestaltung versteht, habe ich mich intensiv mit dem Begriff „Deeper Learning“ beschäftigt. Dabei stellte sich schnell heraus: Zwischen dem ursprünglichen Konzept aus dem angloamerikanischen Raum und seiner deutschsprachigen Umsetzung liegen Welten. Und wenn ich genau…
In vielen Bildungskontexten ist es beinahe unsichtbar – und doch wirkt es täglich, still und hartnäckig: Adultismus. Die oft unbewusste Annahme, dass Erwachsene mehr wissen, mehr dürfen und mehr zählen als Kinder und Jugendliche, steckt tief in unseren gesellschaftlichen Strukturen. Und gerade weil Adultismus so selbstverständlich erscheint, wird er selten hinterfragt. Doch wer die Zukunft des Lernens mitgestalten will, muss diesen blinden Fleck erkennen – und aktiv etwas dagegen tun. Was ist Adultismus – und warum ist er ein Problem? Adultismus bezeichnet die systematische Bevorzugung Erwachsener gegenüber jüngeren Menschen. Er zeigt sich in Sätzen wie „Das verstehst du noch nicht“…
In der Zukunft des Lernens geht es nicht um neue Technologien oder innovative Methoden. Es geht um ein neues Verständnis von Bildung – als Ermöglichungs- und Gestaltungsraum für alle. In diesem Verständnis ist Sprache nicht nur Medium, sondern Haltung. Ich hatte bereits vor einigen Jahren über die Notwendigkeit neuer Begrifflichkeiten in der Bildung geschrieben. Doch in letzter Zeit ist mir immer klarer geworden: Wir leben nach wie vor in einer Gesellschaft, in der traditionelle – häufig männlich geprägte – Denkmuster tief verankert sind. Wer hinsieht, spürt das schnell: in der Art, wie gesprochen wird, wer gehört wird – und wer…
Bildung neu denken reicht nicht: sie muss neu gelebt und verankert werden – im Sinn, im Leben, in der Zukunft. Der Future:Guide Bildung plädiert für ein Lernen, das nicht Wissen reproduziert, sondern Menschen in ihrer Gestaltungskraft stärkt. Purpose- und Challenge-based Learning sind konsequente Antworten auf diese Anforderung – und könnten zum notwendigen Paradigmenwechsel führen. Vom Stoff zum Sinn: Warum Purpose zählt In einer Welt, die von Komplexität, Unsicherheit und Disruption geprägt ist, reicht es nicht mehr aus, Lernprozesse entlang vorgegebener Lehrpläne zu organisieren. Lernende von heute – und erst recht von morgen – brauchen mehr als Input. Sie brauchen Purpose:…
In einer Welt, die sich schneller verändert als je zuvor, steht auch das Bildungssystem an einem entscheidenden Wendepunkt. Wie können wir Bildung so gestalten, dass sie nicht nur auf die Herausforderungen von heute reagiert, sondern auch den Weg in eine lebenswerte Zukunft ebnet? Warum der Future:Guide Bildung jetzt wichtig ist Der „Future:Guide Bildung“ greift zentrale gesellschaftliche Transformationen auf und zeigt, wie Bildung als Schlüssel zur Gestaltung der nächsten Gesellschaft fungieren kann. Die Publikation setzt bei den drängendsten Fragen an: Welche Hebel müssen wir bedienen, um Bildung zukunftsfähig zu machen? Welche Veränderungen sind notwendig, um Kindern und Jugendlichen einen Raum zu…

