Methodentraining: Kurzpräsentationen (Niveau A1 bis B2)

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Der Fremdsprachenunterricht soll laut Bildungsplan kommunikationsorientiert sein. Dies ist eine Aufgabe, die bei oftmals großen Klassen eine große Herausforderung darstellt, denn wenn man den notwendigen Redeanteil des Lehrers (ca. 15 Minuten pro Schulstunde) abzieht, bleiben pro Schüler bei einer 30-köpfigen Klassen gerade mal eine potenzielle Minuten Sprechzeit pro Person übrig. Dies würde auf ca. 35 Schulwochen gerechnet bei 4 Stunden pro Woche gerade einmal 2h20 pro Schüler bedeuten, wenn der komplette Unterricht mündlich stattfinden könnte. Realistisch gesehen kommen Schüler, vor allem schüchterne oder ruhige Schüler, sicherlich mit einigen wenigen Minuten Sprechanteil pro Jahr weg.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, bleibt nur die Möglichkeit Aktivitäten zu suchen, in denen sich Schüler zusammenhängend zu für sie relevanten Themen äußern können, die zugleich den Anforderungen des Bildungsplans und des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens gerecht werden. Auf dem Niveau A1 kann dies zum Beispiel eine simple Selbstvorstellung sein, auf dem Niveau A2 zum Beispiel ein chinesisches Porträt (“Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich … weil…” – zugleich Übung der Konditionalsätze), auf dem Niveau B1 eine Bildbeschreibung und auf dem Niveau B2 kann dies dann durchaus bedeuten, einen längeren Text, den man geschrieben hat, zu vertonen.

Je nachdem wie viel Wert auf die Art der Präsentation gelegt wird und ob z.B. Bildmaterial mit eingebunden werden soll, können unterschiedliche Apps verwendet werden.

Möchte man lediglich eine MP3-Datei erhalten (z.B. um sie auf einer Schülerwebseite zu stellen oder in Edmodo Austauschpartnern zur Verfügung zu stellen), kann eine App wie Smart Voice Recorder verwendet werden. Hier braucht man auch nicht unbedingt Tablets, sondern man kann die Schüler bitten, die kostenlose App auf ihren Smartphones zu installieren und im Anschluss die Aufnahme per Email an den Lehrer zu schicken.

Möchte man ein Bild hinzufügen, könnte man auf Tellagami zurückgreifen.

Für größere Projekte (wie unser virtuelles Austauschprojekt “Un autre monde” oder auch längere Vorträge) ist es auch möglich eine App wie BuddyPoke zu verwenden, die es erlaubt einen eigenen Avatar zu erstellen und diesen in Form eines Videos mit der eigenen Stimme sprechen zu lassen. Vorteil hierbei ist, dass auch zwei Avatare gemeinsam ein Video erstellen können und die Avatare stark personalisierbar und mit Emotionen versehbar sind. Kleiner Nachteil: die App wird von guten Virenschutzapps als Adware eingestuft, weshalb ich meinen Schülern davon abrate, sie zu installieren es sei denn es ist mit ihren Eltern abgesprochen.

Bei allen Aufnahmen, die ins Netz gestellt werden sollen ist natürlich darauf zu achten, dass die Schüler keinerlei persönliche Daten außer maximal einem Vornamen preisgeben. Mit BuddyPoke erstellte Videos kann man einfach in eine selbstgehostete WordPress-Webseite einbinden oder ungelistet auf YouTube laden um sie so auch in andere Webseiten einbetten. Längere Videos können außerdem mit Amara untertitelt werden, was zugleich den Schülern die Fähigkeit vermittelt, Videos für Präsentationen zu untertiteln.

Bildquellen

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