Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo in den Weiten des Internets ein neuer Hinweis oder Aufschrei zu finden ist, der behauptet, dass digitale Medien gefährlich für jungen Menschen seien. Dass auch Lehrerverbände nicht selten diese Ansicht teilen, finde ich persönlich äußerst bedenklich und es war vor einigen Jahren ausschlaggebend für meinen Austritt aus dem Philologenverband. Doch stimmt es wirklich, dass digitale Medien so gefährlich sind, dass man die Jugend davon fernhalten muss oder ist es weit gefährlicher, wenn man Jugendliche mit aller Gewalt davon fernhalten möchte? Ist Feuer gefährlich? Ja, aber hat es unsere Vorfahren in ihren Höhlen…
Autor: Stephanie Wössner
Bereits mehrfach habe ich diese Aussage vernommen, als ich versuchte, Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass sich unser Rollenverständnis grundlegend ändern muss und es im Interesse aller Kinder und Jugendlichen – und auch aller Erwachsenen – dringend einer Transformation des Lernens bedarf. Die Angst davor, ersetzt zu werden, ist jedoch nicht neu (und wird nie alt!). Bereits in der Spiegel-Ausgabe 29 vom 12. Juli 1961 erschien ein Artikel mit dem Titel „Lehrautomaten – der Tod des Paukers“, der die damalige Sorge zum Ausdruck brachte, dass Lehrer durch Maschinen ersetzt werden könnten. Im September 2015, als immer noch Menschen vor…
Der Basiskurs Medienbildung ist in Baden-Württemberg ein verpflichtender Baustein der Leitperspektive Medienbildung des Bildungsplans 2016. Die Vorgabe lautet, dass die Fünftklässler der Schulen grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Medien lernen sollte, sodass ab der sechsten Klasse spiralcurricular darauf aufgebaut werden kann. Wie die Schule diese 35 Stunden Medienbildung inhaltlich gestaltet, ist der einzelnen Schule überlassen. Es gibt verschiedene Modelle an den Schulen, wie der Basiskurs Medienbildung durchgeführt wird. Manche Schulen weisen eine Stunde im Stundenplan aus, andere bevorzugen das Blockmodell beispielsweise am Anfang des Schuljahres und verbinden das Ganze mit der Einführungswoche. Schließlich gibt es auch noch die Variante, dass…
Diesen Vorwurf habe ich seit Beginn meiner Laufbahn als Lehrerin vor allem von Eltern, jedoch auch von Kollegen gehört. Er sollte mich davon abbringen, digitale Medien beim Lernen von Fremdsprachen zu verwenden. Aber: Digitale Medien gehören zur Gesellschaft und müssen gerade deshalb ihren Platz auch in der Schule haben! Natürlich nutzen Kinder und Jugendliche heute in ihrer Freizeit immer mehr digitale Medien (s. KIM 2018 und JIM 2020). Jedoch sind es laut der ARD-ZDF-Onlinestudie 2020 längst nicht mehr nur Jugendliche, die immer öfter digitale Medien nutzen, sondern es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft…
Seit ein paar Jahren nehme ich bei mir eine immer stärker werdende Aversion gegen bestimmte Begriffe wahr, die sich in Zeiten von Corona ähnlich der Infektionszahlen exponentiell vergrößert, aber auch Zuwachs bekommen hat. Ein Wort vorweg: Ich verurteile niemanden, der diese Begriffe verwendet und verstehe auch, dass sie teilweise aus Konvention, teilweise aus den Gefühl heraus verwendet werden, dass sich Konzepte bei gleichbleibender Bezeichnung mit der Zeit verändern können. Ich weiß auch, dass viele Menschen durchaus etwas Neues unter den Begriffen verstehen und einfach denken, dass das für alle Menschen gilt, die die Begriffe verwenden. Leider habe ich jedoch den…
Ältere Lernmodelle, wie Blooms Taxonomie von 1956, müssen nicht unbedingt ersetzt, sondern vielmehr der Zeit angepasst werden. Dies haben u.a. Anderson and Krathwohl (2001) und Andrew Churches (2008) getan und damit Blooms Taxonomie zu einem zeitgemäßen und wieder sehr sinnvollen Konzept gemacht, welches sehr gut zu den neuen Herausforderungen und Anforderungen an die Bildung und das Lernen im 21. Jahrhundert passt. Zum einen fällt auf, dass sich die Wortarten verändert haben und nun Verben statt Nomen verwendet werden. Dies entspricht der Idee, dass es nicht um den passiven Erwerb von Kompetenzen geht, sondern um deren aktiven Erwerb. Nach wie vor…
Die 4P des kreativen Lernens ist ein Konzept, welches von Mitchel Resnick (MIT, 2014) ursprünglich unter den Schlagworten Scratch, coding, programming, constructionism, creativity veröffentlicht wurde. Das allein weist schon darauf hin, dass es ursprünglich um die Informatik ging – allerdings ist das Konzept problemlos auf alle anderen Bildungsbereiche übertragbar. Bei den 4P geht es um folgende Begriffe: Peers Projects Passion Play Der Begriff Peers (grob aus dem Englisch übersetzt mit „Mitschüler“) entspricht in etwa den schon von den 4K bekannten Teamworkkompetenzen (Kollaboration/Kooperation und Kommunikation). Projects geht ebenfalls in diese Richtung, schließt jedoch zusätzlich die Problemlösekompetenz, die in der Information sehr…
Die Idee der 4K (im Englischen: 4C) geht auf eine Interessenvertretung aus Washington namens P21 (Partnership for 21st century skills) zurück und wurde in Deutschland zum ersten Mal von Andreas Schleicher, OECD Direktor des Direktorats für Bildung, auf der re:publica 2013 erwähnt. Mit den 4K sind Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken gemeint. 2014 wurden sie von Michael Fullan in einem Whitepaper mit dem Titel „The 6Cs of Deep Learning“ um die Bereiche character (Persönliche Kompetenz) und citizenship (Demokratiebildung) ergänzt und mit Kompetenzorientierung in Verbindung gebracht. Die 6Cs sind ein wichtiger Bestandteil des Lernens im 21. Jahrhundert und für Bildung,…
Das SAMR-Modell geht auf Dr. Ruben Puentedura zurück und stammt aus dem Jahre 2006. Sein Anliegen ist es, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, Technologie in ihre Arbeit zu integrieren. Dabei geht es jedoch nicht darum, Technologie mit aller Gewalt zu nutzen, weil sie nun mal angeschafft wurde, sondern es geht um das Betrachten der unserer Arbeit zugrunde liegenden pädagogischen Ziele. Daher ist das SAMR-Modell auch kein Stufenmodell, auf dem man langsam und mit der Zeit „aufsteigt“, wie dies viele Darstellungen suggerieren. Aus diesem Grund bevorzuge ich die folgende grafische Darstellung des SAMR-Modells von Sylvia Duckworth und edappadvice. Unserem Handeln als Lehrkraft…
Mit Influent können Lernenden Grundwortschatz (420 Nomen + dazugehörige Verben und Adjektive) aus dem Bereich „Zuhause“ erwerben. Dies ist v.a. dann sinnvoll, wenn die so gelernten Vokabeln im Anschluss im Rahmen einer Produktionsphase aktiv angewendet werden.

